Australien #12 – Great Ocean Road

Great Ocean Road

Wir hatten in Torquay übernachtet, da es die Stadt nach dem erneuten Zwischenstopp in Melbourne gut zu erreichen war und als Start der Great Ocean Road galt. Am Vorabend hatten wir noch einen schönen Spaziergang am langen Strand gemacht und die Füße ins Wasser gehalten. Zum schwimmen war es hingegen leider zu kalt- zwar waren die Tagestemperaturen echt angenehm, das wirkte sich aber nur langsam aufs Wasser aus. Die Surfer, für die Torquay als kleiner „Wallfahrtsort“ gilt, störte das in ihren Neoprenanzügen allerdings nicht. Vielleicht waren wir auch einfach zu wehleidig, denn als wir uns schon auf dem Rückweg befanden, stürzte sich eine Gruppe Jugendliche ins Wasser- was mich allerdings nur frösteln ließ.

Am nächsten Morgen starteten wir dann also in Richtung Great Ocean Road. Ich hatte schon viele schöne Bilder gesehen, die entlang der Strecke aufgenommen waren und freute mich auf die Strecke entlang des Wassers. Zwei Work-and-Traveller, die wir zuvor auf einem der Campingplätze kennengelernt hatten, dämpften meine Erwartungen allerdings. Sie waren regelrecht enttäuscht, sagten sie hätten schon schönere Strände gesehen und so war zumindest ich etwas verhalten. Unbegründet, wie sich herausstellen sollte.

Shipwreck Trail

Den ersten Zwischenstopp machten wir spontan am Strand von Fairhaven. Wir hatten einen hübschen Leuchtturm und spannende Klippen entdeckt, die sogar einige begehbare Höhlen hatten. Um dorthin zu kommen musste man allerdings im richtigen Moment um einige Felsen herum, die ins Wasser ragten. Das mit dem „richtigen Moment“ war allerdings so eine Sache… Ich erwischte ihn zumindest nicht. Als mich die Welle traf, riss ich nur die Arme hoch, um meine Kamera in Sicherheit zu bringen und lief deswegen fortan mit einer trockenen und einer sehr nassen Seite herum… Wie gut, dass wir in unserem mobilen zu Hause alles bei uns hatten und ich mich wenig später umziehen konnte 😉

Weiter ging es entlang des „Shipwreck Trail“, der zum Beispiel der Ort der gesunkenen Inverlochy markierte. Viele europäischen Gefangenenschiffe oder Auswanderer sahen sich schon kur vor dem Ziel- und zerschellten dann im Sturm an den Klippen der Südküste Australiens. Ernüchternd, da ist man tausende von Kilometern erfolgreich unterwegs gewesen und scheiterte dann so kurz vor dem Ziel…

Memorial Arch

Eines der bekanntesten Bilder von der Great Ocean Road ist ein Bild mit dem Memorial Arch kurz vor Eastern View. Verschiedene Tafeln erklären hier das Entstehen der Straße als eine Art der „Arbeitsbeschaffungsmaßnahme“ für heimgekehrte Soldaten aus dem ersten Weltkrieg. Viele von ihnen hatten es schwer, wieder Arbeit zu finden oder sich nach den traumatischen Ereignissen des Krieges zu Hause wieder zurechtzufinden.

Die Arbeit am Projekt der Great Ocean Road bot ihnen eine willkommene Möglichkeit, zu arbeiten, Geld zu verdienen und wieder in einem normalen Leben anzukommen. Darüber hinaus gilt es so als ein ewiges Mahnmal der im Krieg gefallenen Soldaten.

Erskine Falls

Nach dieser kleinen Geschichtsstunde setzen wir unseren Weg fort und machten noch einen kleinen Abstecher ins Landesinnere. Wasserfälle übten auf uns eine ähnliche Anziehungskraft aus, wie Klippen oder Strände. So machten wir in der Nähe von Lorne einen kleinen Abstecher zu den Erskine Falls.

Nicht nur der Wasserfall hier war beeindruckend, ebenso die steilen Treppen, der Flusslauf und die riesigen Bäume. Insbesondere auf diesen letzten Kilometern stellten wir wieder einmal fest, wie abwechslungsreich die Landschaft hier doch war. Von einem Abschnitt kommend, der kaum Vegetation enthielt und eher raue Klippen zeigte, waren wir nur ein paar Kilometer weiter in einem üppigen Regenwald gelandet. Riesige Bäume, Palmen und Farne zeigten ein sattes Grün und waren der krasse Kontrast zur dünn bewachsenen Strecke zuvor.

Apollo Bay & Bambi Park

Einen kurzen Zwischenstopp machten wir später noch am schönen Strand der Apollo Bay, bevor wir unser Ziel für die heutige Nacht ansteuerten. Wir suchten uns unseren Stellplatz in der Nähe von Cape Otway, auf dem Bimbi Caravan Park. Hier standen wir mitten im Wald und (dank nur einer funktionierenden Steckdose an der Stromsäule) auch ohne direkte Nachbarn, was uns einen extra ruhigen Abend bescherte.

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