Neuseeland #5 – Die Three Sisters und der Mount Taranaki

Nachdem wir die letzten Tage über immer nur relativ kleine Strecken gefahren waren, wollten wir heute mal ein paar Kilometer abreißen. Wenn man sich unsere bisherige Route auf einer Karte angesehen hat, hatten wir nicht wirklich viele Kilometer zwischen uns und Auckland gebracht, das sollte sich heute ändern.

Vor genau einer Woche waren wir in Auckland gelandet. Etwas, das unbedingt gefeiert werden musste! Also gönnten wir uns beim einkaufen eine Flasche Whiskey für den Abend und fuhren in Richtung der „Three Sisters“. 

Zu einer günstigen Zeit konnte man hier entspannt zu Fuß um die nächste Klippe gehen, wo sich Felsformationen verbargen, die die Drei Schwestern und der Elefant genannt wurden. Als wir ankamen, machten sich grade andere auf ebendiesen Weg, trotz Flut in der Bucht. Wir versuchten unser Glück ebenfalls- die Strömung war inzwischen allerdings zu stark und trieb uns zurück. Da wir Zeit hatten, gegen wir eine Mittagspause bei bestem Wetter ein und wollten es später noch mal versuchen.

Mein Treibholzherz schlägt höher

Noch so ein geflügeltes Wort. Ja, Strände sind auch ohne weiteres Zutun schön, aber ein herumliegendes Stück Treibholz oder Ähnliches, lässt mein Herz höher schlagen. Irgendwas, das man in Szene setzen kann? Dem alten Fotografenspruch „Vordergrund macht Bild gesund“ nach… Etwas im Fokus oder einfach generell in der vorderen Bildebene zu haben, gibt den Bildern meist einen „Rahmen“ und ist für das Augen ansprechender. Ich habe das oft als wahr empfunden. Von daher freue ich mich, wann immer sich die Gelegenheit bietet, ein solches Bild zu schießen.

Bei unserem zweiten Versuch jedenfalls, die Three Sisters zu erreichen, klappte es. Auf dem Weg raus aus der Bucht (immer noch halbwegs schwimmend, wegen hoch stehendem Wasser), gab es keine Probleme und ich rettete sogar meine kleine Kamera, gut verpackt im Ziplock-Beutel, über das Wasser. Wir beobachteten die kleine Gruppe, die wir vorhin hatten aufbrechen sehen und fragten uns, weswegen sie an einer der zu umrundenden Felsen solche Probleme hatten, zurück zu kommen- wir sollten es bald erfahren… 

Auf dem Strandstück am Meer angekommen, machten wir einen schönen Spaziergang um die Klippen und fanden das Objekte unserer Begierde. Nur was davon sollten die drei Schwestern und was der Elefant sein? Und waren das nicht mehr als drei bzw. vier Steine?

„Was stellen die sich denn so an?“

Ja genau, was stellen die sich eigentlich so an? Als wir uns auf den Weg zurück zum Camper machten, sollte uns langsam klar werden, warum. Da das Wasser jetzt aus der Bucht herausströmte, mussten wir entgegen der Strömung laufen (das Wasser ging mir bis zur Taille) bzw. auch teilweise schwimmen. 

An der gleichen Stelle, wo wir uns vorhin noch über die anderen Leute lustig gemacht hatten, verfielen wir in Demut- hier war die Strömung wirklich besonders stark. Der Boden bot mit seinem rutschigen Stein auch keine Hilfe und bis zum nächsten sandigen Bereich war es noch ein ganzes Stück… Ich schaffte es tatsächlich nur mit vereinten Kräften von uns beiden über dieses Stück, ohne direkt wieder zurück zu den Schwestern zu treiben. Lektion gelernt- ich werde mich nie wieder über strauchelnde Schwimmer lustig machen!

Etwas erschöpft zurück am Camper, setzten wir uns zum trocknen noch ein wenig in die Sonne und fuhren dann nach Kaimiro. 

Pancakes!

In Egmont sollte es einen Stellplatz neben einem Restaurant (VolcanoView)geben, der 14$ pro Person kostete. Wollte man die niederländischen Pancakes des Hauses am nächsten Tag zum Frühstück genießen, waren es 17,50$. Wir entschieden uns für die Variante inklusive Frühstück und da keiner der Hausherren anwesend zu sein schien, versuchten wir grade das Geld wie gefordert unter der Restauranttür durchzuschieben, als uns doch geöffnet wurde. 

Es schien fast so, als wäre der Inhaber überrascht über unseren Besuch, er hieß uns aber trotzdem herzlich willkommen und wir machten es uns auf der Wiese hinter dem Haus gemütlich. Immer im Blick: der Mount Taranaki. Ca. 2500 Meter hoch und unter den tief hängenden Wolken konnten wir die Schneespitze erahnen. Hier wollten wir morgen wandern gehen. 

Der Wind hier um den Berg war wahnsinnig intensiv, was aber auch zum Vorteil hatte, dass sich die Wolken langsam verflüchtigten und wir einen klaren Blick auf den gesamten Berg bekamen. 

Der Gürtel des Orion

Durch den Wind hielten sich auch keinerlei Wolken über unserem Stellplatz. Das hatte den Vorteil, dass wir nach Einsetzen der Dunkelheit noch lange draußen unterwegs sein konnten, um Sterne zu beobachten. Hier gab es nicht viele Lichtquellen, was den Himmel viel spektakulärer aussehen ließ, als wir es normalerweise aus der Stadt gewohnt waren. 

Immer uns überall auffällig, war tatsächlich Orion (bzw. Insbesondere der „Gürtel des Orion“). Laut SkyView-App kann man Orion aufgrund seiner Lage im Bereich des Himmelsäquators sowohl von der Nord-, als auch von der Südhalbkugel aus sehen. Wieder was gelernt 😉

Die App und der Sternenhimmel sind ein wunderbares Spielzeug- zu beschäftigt damit, Mars, Saturn, die ISS und diverse Sternbilder am Himmel auszumachen, merkten wir gar nicht, wie die Zeit verging. Was für ein schönes Abschluss, für die erste Woche in Neuseeland!

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