Neuseeland #4 – Touristenfänger von Waitomo

Ruakuri Cave - Neuseeland

Von den Wairere Falls machten wir uns auf in Richtung Kawhia. Bei vielen Ortsnamen, an denen man hier so vorbeikommt, traut man sich gar keine Interpretation der Aussprache zu. Bei Kawhia kam mit mein Reiseführer zur Hilfe: Think mafia with a k. Kann man machen. Auf dem Weg ins schöne Kawhia fuhren wir noch zu den Blue Springs. Da es erneut regnete, entschieden wir uns gegen die lange Wandertour von einem der Parkplätze, sondern fuhren noch ein Stückchen weiter. Von hier aus sollten es nur 800m sein… aber da es inzwischen aufgeklart war, machten wir doch eine längere Wanderung entlang des Flusses und der Quelle.

Das Wasser von Blue Springs ist wahnsinnig klar- laut Quelle werden hier 60% des in Flaschen vorhandenen Trinkwassers abgefüllt. Ansonsten denke ich, die Bilder sprechen für sich.

Spaten inklusive

Nach einem weiteren, kleineren Zwischenstopp an einem der Seen auf dem Weg, machten wir uns weiter auf den Weg durch die schönen Berge und die idyllische Bucht von Kawhia. Der Betreiber unseres Stellplatzes heute war so nett, er erzählte uns ausführlich alles Mögliche rund um den Ort, die Strände hier (an denen man nach Hot Pools graben kann) und gab uns direkt zwei kleinen Spaten mit, um genau das zu tun.

Nach der langen Fahrt durch Regen, Nebel und um unerwartete Steinabgänge herum, die sich immer wieder auf der Straße befanden, genossen wir allerdings lieber das kostenlose und unbegrenzte WLAN und machten uns nach dem recht späten Essen einen ruhigen Abend. 

Schmerzhafter Stopp auf dem Weg

Auch dieses Mal wählten wir am nächsten Tag nicht die schnellste Route und zwangen das Navi, an dem einen oder anderen schönen Punkt vorbeizufahren. So zum Beispiel an den Marokopa Falls (nur einen kurzen Weg vom entsprechenden Parkplatz entfernt und ziemlich majestätisch), sowie den Piripiri Caves. 

Was mir bei den „Attraktionen“ hier so gut gefällt, ist dass diese in der Regel nur wenig ausgebaut und nicht touristisch inszeniert sind. Es gibt weder viele Schilder, noch viele Parkplätze (falls diese dann überhaupt markiert sind) und somit auch immer nur eine erträgliche Anzahl von anderen Leuten, die ebenfalls unterwegs sind. 

Das führte dann aber auch dazu, dass es reichte, einmal nicht hinzugucken auf unserem Rückweg von den schönen Piripiri Caves, um auf den Holzstufen auszurutschen und mir meine komplette linke Seiten zu prellen. Glücklicherweise nichts, was sich nicht mit etwas Voltaren wieder beheben ließ, ich werde in Zukunft dann wohl doch besser aufpassen müssen 😉

Und plötzlich sind da Asiaten…

Auch bei der Mangapohue Natural Bridge machten wir noch eine kleine Wanderung. Wir liefen nicht nur zur „Brücke“, die eher eine große Tunnelöffnung in einem Berg ist, sondern darüber hinaus noch weiter am Fluss entlang und über die Felder, wo es weitere interessante Steinformationen zu sehen gab. Der gekennzeichnete Weg führt dann in einem netten Loop zurück zum Parkplatz und ist die zusätzliche Viertelstunde echt wert.

Danach erreichten wir das Visitor Center von Waitomo. Die Waitomo Caves sind überall in den Top 10 der interessantesten Sehenswürdigkeiten Neuseelands gelistet. Das bezieht sich meistens nur auf die Glühwürmchen-Höhle, durch die man mit einem Boot gefahren wird (laut Erfahrungsberichten nur 5 Minuten reine Fahrzeit), dort gibt es aber bis zu drei Höhlen zu sehen. Da wir den Rest des Tages Zeit hatten, entschieden wir uns, auch alle drei Höhlen zu besichtigen. Es gab auch keinen nennenswerten Unterschied im Preis von allen drei Höhlen (100$/ 60€) und der Höhle, die uns am meisten interessierte (76$/ 45€).

Wir mussten allerdings feststellen, dass gefühlt 120.000 Asiaten vor uns da waren und wir heute keine Chance auf Touren durch alle drei Höhlen hatten. Lediglich die 2-Stunden-Tour durch die Ruakuri Caves war noch möglich… und glücklicherweise die Höhle, die uns auch am meisten interessierte.

Höhlentour

An den Waitomo Caves zeigte sich das komplette Gegenteil zu den vorher beschriebenen, wenig touristisch ausgebauten Sehenswürdigkeiten. Auf dem großen Parkplatz stapelten sich die Busse der Reisegruppen nahezu und ich fühlte mich an den Besuch bei den 12 Aposteln letztes Jahr in Australien erinnert (hier nachlesen).

Auf unserer Tour waren hingegen von 18 Personen mindestens 12 Franzosen. Auch so ein Phänomen- ich hätte nicht erwartet, dass das neben den Deutschen wohl die am zweitstärksten vertretene europäische Reisenation war.

Schon der ringförmige Abstieg auf den Grund der Höhle war spektakulär, da die Ringe und „Stockwerke“ erst nach und nach beleuchtet wurden. So bekam man erst spät einen Eindruck, we tief man tatsächlich hinuntersteigen würde. Während der zweistündige Tour sahen wir eine überwältigende Anzahl von Stalagtiten und Stalagmiten in sämtlichen Formen und auch Farbschattierungen. Auch ein reißender kleiner Fluss, auf dem auch Rafting angeboten wurde, führte durch die Höhle. Glühwürmchen wurden uns auch gezeigt, insofern „verpassten“ wir hier auch nichts. 

Die Tour war ihr Geld auf jeden Fall wert und diesen Teil der Waitomo Caves würde ich absolut weiterempfehlen. Natürlich kann ich das schlecht beurteilen, aber ich glaube, wir hatten die beste der Touren erwischt.

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