Australien #13 – Touristen und die Zwölf Apostel

12 Apostel

Für das nächste Stück der Reise hatten wir extra viel Zeit eingeplant. Die Strecke zwischen Cape Otway und Port Campbell ist zwar nicht allzu lang, aber laut Reiseführer und einigen Erzählungen reihte sich hier eine Sehenswürdigkeit an die andere. Unter anderem wollten wir heute die Zwölf Apostel und den Loch Art George sehen. Dafür wollten wir in jedem Falle genug Zeit einplanen und das war auch gut so.

Vorsicht vor Reisebussen

Schon bei unserem ersten Stopp, den Gibson Steps, sollte sich unsere Eindruck vom Vortag fortsetzen. Klar, wir waren hier selbst Touristen und mit unserem Miet-Camper machten wir DEN Touri-Urlaub schlechthin, aber ich fand, wir benahmen uns noch ganz gesittet. Im Gegensatz zu den Asiaten, die mit Bussen zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten gefahren wurden, ausstiegen, ihre Fotos machten und sich schwarmartig wieder zurück zum Bus bewegten. Hinter sich ließen sie eine Schneise der Verwüstung, die… Nein okay, so schlimm war es nicht. Aber sie nahmen keine Rücksicht auf ihre Umgebung, kamen anderen Personen unangenehm nahe und blockieren die besten Fotoplätze lange und ohne sichtbaren Grund, nachdem das Foto gemacht war.

Genau so wie am Vortag, als sie sich mitten auf die Straße unter den Memorial Arch setzen, um ein Foto inklusive Nervenkitzen zu machen. Dass Schilder einen genau davon abhalten sollten und man sich generell nicht auf Straßen setzen sollte? Vollkommen egal. Und dann im letzten Moment genervt von der Straße springen, weil „schon wieder“ ein Auto kommt… Genau mein Humor.

Gibson Steps & Zwölf Apostel

Ich sehnte mich nach den ruhigen Tagen zuvor, an denen wir weitestgehend alleine unterwegs waren. Aber da wir natürlich die Sehenswürdigkeiten auf dem zweiten Stück der Great Ocean Road auch mitnehmen wollten, schlugen wir uns munter weiter durch. Einen Ausläufer der Zwölf Apostel zum Beispiel kann man schon von besagten Gibson Steps aus sehen. Der lange Strand und die Brandung machen das wandern entlang der Klippen auf jeden Fall zu einem Highlight. Auch der Aufstieg, also die Gibson Steps wieder hinauf, wird durch die Aussicht absolut erträglich.

Die Zwölf Apostel sind eigentlich gar keine zwölf. Manche behaupten, es seien nie zwölf gewesen, andere sagen, einige von Ihnen sind inzwischen Wind und Wetter zum Opfer gefallen. Wiederum andere sagen, man muss nur vom richtigen Punkt aus gucken und schon sieht man alle zwölf dieser spannenden Steinspitzen. Einig ist man sich allerdings bei der Geschichte hinter der Namenfindung: Ursprünglich hießen die Zwölf Apostel „Sow and Piglets“ (Sau und Ferkel), wurden aber später in den Touristen-freundlicheren Namen Zwölf Apostel umbenannt.

Loch Ard Gorge

Die Apostel verließen wir genau zum richtigen Zeitpunkt, denn am Loch Art Gorge kamen wir noch vor den Reisebussen an. Hier konnten wir dann noch einmal die beeindruckenden Felsformationen genießen, bevor der Strand wieder von Asiaten geflutet wurde. Auf einem unserer früheren Stellplätze wurde uns Loch Gorge von einer Australierin empfohlen, die es hier noch beeindruckender fand, als zuvor bei den Zwölf Aposteln.

Und ich kann ihr da nur zustimmen. Die Langschaft hier ist noch vielfältiger und es steckt einfach noch mehr Geschichte dahinter. Die „Loch Ard“ war nämlich ein Schiff, das nach dreimonatiger Überfahrt von England kurz vor ihrem Ziel (Melbourne) auf Grund lief und sank. Bis auf zwei Menschen (ein Schiffsjunge und eine irische Nichtschwimmerin) ertrank die komplette restliche Besatzung. Ihr ist hier oben ein Friedhof gewidmet. Nach den beiden Überlebenden, Tom und Eva, sind die beiden einzelnen Felsen in der Bucht benannt.

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