Portugal #2 – Wind und Wellen in Foz do Douro

Pérgola da Foz - Porto

Ich kann stundenlang Zeit am Meer verbringen. Ungeachtet der Jahreszeit und (fast) ungeachtet des Wetters. Kein Wunder also, dass es mich recht schnell nach meiner ersten Erkundungstour durch den städtischen Teil Von Porto auch hinaus an die Atlantikküste zog.

Den Weg dorthin teilen sich zwei Linien. Entweder man nimmt die alte Straßenbahn Linie 1, oder die Buslinie 500. Da man für die Straßenbahn ein extra Ticket benötigt und diese nicht im normalen Nahverkehrs-Tagesticket inklusive ist, entschied ich mich erstmal für den Bus.

Dieser fährt von zentralen Praça da Liberdade runter an den Douro und dann über fünf Kilometer am schönen Flusslauf entlang, bis hin zur Mündung ins Meer. Ich hatte mir die Haltestelle Cantareira herausgesucht und ich glaube, ich stieg dort auch aus… Bus fahren war ein kleines Abenteuer an sich, denn oft werden nicht alle Haltestelle angesagt (und der Busfahrer scheint froh um jede Haltestelle, an der er vorbeirauschen darf) oder man blickt nach der Ansage gespannt aufs nächste Haltestellenschild und prüft amüsiert, wie das was da gesagt wurde, denn eigentlich geschrieben wird.

Wellenbrecher, die ihren Namen verdient haben

Direkt am Meer war es dann wirklich sehr windig und ich freute mich über das Schauspiel was sich mir direkt am Leuchtturm Farolim de Felgueiras bot. Die Wellenbrecher an der Flussmündung machen ihrem Namen nämlich wirklich alle Ehre! Als ich aus dem Bus ausstieg, sah noch alles relativ ruhig aus, aber nur wenige Meter weiter peitschten der Wind die Wellen aus dem offenen Meer in Richtung Küste.

Einige Schaulustige hatten sich dort trotz eindringlicher Warnung vor hohen Wellen versammelt… Und sowohl sie, als auch der Boden um sie herum, sahen nicht mehr ganz trocken aus. Grund genug für mich, auch ein paar nasse Sohlen zu riskieren und mich näher heran zu wagen.

Das ganze aufgeregte Kreischen der Leute vermittelte den Eindruck, als wäre hier sonstwas los… aber eigentlich konnte man den Wellengang ganz gut vorausahnen. Wer das nicht konnte, musste halt mit einer Dusche rechnen. Und das war fast noch unterhaltsamer, als das Wellenspektakel selbst 😉

Ich blieb jedenfalls trocken. Was mit mit Hinblick auf Kamera und Handy natürlich ganz recht war. Ich schlenderte zurück zum Strand und setzte mich einen Moment auf die Strandmauer des Praia do Carneiro und genoß die Sonne. Ich schien wirklich außerordentlich viel Glück mit dem Wetter zu haben! Das war sicher kein normaler Januar mit 14 Grad und drei Tagen Sonne am Stück…

Immer an der Küste entlang

Ich hatte kein richtiges Ziel, ich wollte nur irgendwann am Porto de Leixões ankommen und dort in die Metro zurück „nach Hause“ steigen. Und so lief ich die Küste immer weiter entlang und stoppte nur einmal kurz am Praia do Homem do Leme für eine kleine Stärkung in einer der zahlreichen Strandcafés.

Hier unten an Strand mit dem Wind und Meeresrauschen konnte man wirklich gut abschalten. Als ich wenig später den direkten Weg am Strand verlassen musste und ein Stück oben an der Straße ging, wurde mir bewusst, wie gut. Denn dass sich hier oben eine geschäftige Straße und ein noch lebendigerer Stadtteil auf der anderen Seiten befanden, bekam man unten am Wasser überhaupt nicht mit.

Nach etwa vier Kilometern war ich am Forte de São Francisco Xavier angekommen, dass in der Nachmittagssonne noch ein kleines Bisschen eindrucksvoller wirkte, als es tatsächlich war. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob es den Namen Castelo do Queijo (Käseburg) zu Recht trägt… Ich zitiere:

Dieser Name bezieht sich auf die Form der Granitblöcke der felsigen Küste, aus denen es erbaut wurde, und die durch die Verwitterung die Form abgerundeter Kissen oder Käselaibe bekommen haben. Das Fort stammt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts und wurde auf den Resten einer älteren Anlage errichtet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Forte_de_São_Francisco_Xavier

Immerhin wieder etwas gelernt 😉

Zeit für den Rückweg

Mit Blick auf das Kreuzfahrterminal des Porto de Leixões bog ich dann ab und machte mich auf den Weg in Richtung Metro. Als ich zufällig an einem Halt der Buslinie 500 vorbei kam, entschied ich mich allerdings sofort um. Wieso die Strecke zurück weit weg vom Strand oder sogar unter der Erde machen, wenn ich bei der Busfahrt noch einmal einen Blick in die Sonne riskieren konnte?

Ich setzte mich in den oberen Teil der Doppeldecker-Busse und verfolgte noch einmal nach, wo ich überall entlang gegangen war. Wahrscheinlich würde ich morgen einen kleinen Sonnenbrand haben, aber das war es mir wert. Die Haut spannte etwas und die Lippen schmeckten salzig… So muss Urlaub sein, würde ich sagen!

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