Neuseeland #9 – Tongariro National Park

Tongariro National Park

Bis auf „Wir fahren einmal um die Nordinsel“ und „Ganz in den Norden fahren wir zum Schluss, wenn es richtig schön warm ist im Sommer“ gab es nicht viele Vorsätze für diesen Urlaub. Konkret vorgenommen hatten wir uns kaum etwas. Außer Auckland und Wellington standen keine besonderen Städte auf unserer Liste, „Hobbiton“ und sonstige Herr der Ringe-Referenzen nahmen wir mit „weil man schon mal da ist“ und die Coromandel Halbinsel und das Cape Reinga (am nördlichsten Punkt) sollten sehr schön sein. 

Sich ansonsten einfach nur treiben zu lassen und einfach mit dem Finger über die Landkarte zu gleiten um zu schauen, wo man als nächstes hinfahren würde, machte es bisher zu einem sehr entspannten Urlaub. Nur eine Sache hatten wir uns vorgenommen: Die schönste Tageswanderung Neuseelands, das „Tongariro Alpine Crossing“. 

Auf 19,4 Kilometern galt es, über 725 Höhenmeter und teilweise unwegsames Gelände zu überwinden. Das alles auf dem Gebiet dreier aktiver Vulkane, dem Mount Tongariro, Mount Ngauruhoe und dem Mount Ruapehu. Das Cossing führte dann zwischen dem Mount Ngauruhoe („Mount Doom“ aus den Herr der Ringe Filmen) und dem Mount Tongariro hindurch. Durchschnittlich sollte man hierfür 6-8 Stunden Zeit, Essen, Trinken und wetterfeste Kleidung einplanen. 

Unsere Abenteuerlust war geweckt

In Wellington warfen wir noch mal einen genauen Blick auf die Karte der Insel und entschieden uns, aufgrund der Distanzen, doch keine komplette Tour an der Küste entlang zu machen. Zwar hatten wir noch drei Wochen Zeit, aber beim ersten Überschlagen der nächsten Zwischenstopps in ca. 2-3 Stunden Entfernung, stellte sich heraus, dass selbst das nicht ausreichen würde. 

Wir fuhren also statt an die Küste durch die Mitte hoch nach Whakapapa Village. Der Ort lag günstig, um zum Crossing aufzubrechen und unser Stellplatz versprach tolles WLAN, einen Shuttle zum Start des Crossings, sowie diverse Abholzeitpunkte am Endpunkt. Wir hatten uns mit Müsliriegeln, Nüssen und sonstigen Snacks eingedeckt, Literweise Wasser abgefüllt und waren bereit, unsere Fitness zu testen.

Nur leider waren wir beim Blick auf das Wetter ein wenig zu naiv gewesen. Während wir zwar dachten, es könnte am geplanten Tag des Crossings besser sein „aber das geht schon“, erfuhren wir im Visitor Center vor Ort, dass es am nächsten Tag keine Shuttle geben würde. Alle einheimischen waren sich einig: Das Wetter war einfach zu schlecht, zu kalt und zu windig dafür. Die Schneefallgrenze lag zu niedrig und am höchsten Punkt des Crossings konnten es durch den eisigen Wind bis zu -12 Grad Celsius werden.

Diese Erkenntnis erstreckte sich auf die komplette Woche, erst Freitag oder Samstag wurde wieder mit passablem Wetter gerechnet. So viel also zu unserem Zeitmanagement… Wir beschlossen, heute in Whakapapa zu bleiben und, da es zwar wolkenverhangen, aber immerhin trocken war, noch eine kleine Wanderung zu den Taranaki Falls hier im Reservat zu machen.

Planänderung

Aus dieser Wanderung ergab sich auch die Erkenntnis, immer noch einmal wenigstens um die nächste Ecke zu schauen. Wir fanden einen kleinen Wasserfall, überlegte noch, ob das die ausgeschilderten Taranaki Falls sein sollten und waren fast schon enttäuscht. Der Weg sah zuerst auch nicht so aus, als würde er noch viel weiter führen. Da wir nun spontan wandern gingen, statt uns auf das Crossing vorzubereiten, hatten wir keine weitere Recherche betrieben und wussten nicht, was uns genau hier begegnen würde. 

„Um die nächste Ecke gehen wir noch“ sagten wir und mussten fast schon lachen, als wir das getan hatten. Denn jetzt sahen (und hörten) wir auch den richtigen Wasserfall, der uns hier versprochen wurde. Wie gut, dass wir nicht umgedreht waren! Wir machten einige Fotos und folgten dem Weg weiter, sodass wir einen schönen, zweistündigen Loop-Walk zurück in die Stadt gehen konnten.

Am nächsten Tag wollten wir weiter nach Rotorua fahren und dort zwei Tage bleiben. Rund um die Stadt und den gleichnamigen See sollte es viel zu sehen geben, weswegen die Region eh auf unserer Liste stand. Da es nur circa zwei Stunden Fahrt waren, konnten wir es Ende der Woche noch einmal mit dem Crossing versuchen. 

Zurück beim Stellplatz im Holiday Park angekommen, machten wir uns an die Essensvorbereitungen und kamen mit anderen deutschen Radlern und Wanderern uns Gespräch, denen es ähnlich ergangen war, wie uns. Mal sehen, wie viele von ihnen wir Ende der Woche wiedersehen würden…

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