Neuseeland #17 – Cape Reinga

Cape Reinga Lighthouse - Neuseeland

Der Leuchtturm von Cape Reinga markiert den nördlichsten Punkt der Nordinsel um somit auch von ganz Neuseeland. Hier nach oben führt mit dem Highway 1 auch nur eine Straße, die man also auch genau so wieder zurückfahren muss. Ansonsten findet man diverse Wanderwege und eine weitere unbefestigte Straße, die zu einem großen Campingplatz des DOC führt… aber dazu später mehr.

Das Cape Reinga stand von Anfang an ganz weit oben auf meiner To-Do-liste für Neuseeland. Wie das immer so ist- irgendwann weiß man manchmal gar nicht mehr, „warum“ eigentlich… Wir mussten zwar auch im Vorfeld noch ein wenig unserer geplanten Route streichen, aber ohne einen Abstecher zur Nordspitze wäre ich wohl nicht glücklich geworden. Zum Glück gaben mit die knapp zwei Tage, die wir oben am Cape verbrachten Recht, aber seht selbst…

Je weiter man in Richtung Norden fährt, desto schöner und einladender werden auch die Strände. Hier oben im Norden gibt es neben tollen weißen Sandstränden sogar riesige Sanddünen, aber die würden wir uns morgen erst ansehen.

34° 25′ 36,1″ Süd | 172° 40′ 39,4″ Ost

Zuerst einmal machten wir uns auf den Weg zum Besucherparkplatz von Cape Reinga. Von da aus führt ein gut ausgebauter Weg etwa 1 Kilometer entlang der Küste zum Leuchtturm. Wir waren bei wirklich gutem Wetter unterwegs, sodass ich mich an der Umgebung kaum satt sehen konnte. Die Aussicht auf dem Weg war wirklich phantastisch!

Immer wieder sind hier Infotafeln aufgestellt, die einem verdeutlichen, was dies für ein geschichtsträchtiger Ort ist. Das Wort „Reinga“ bedeutet in der Maori-Sprache beispielsweise „Unterwelt“. Eine andere Bezeichnung für diesen Ort ist „Te Rerenga Wairua“, was so viel bedeutet wie „Absprungplatz der Geister/ Seelen“. Dies rührt daher, dass die Maori davon ausgehen, die Seelen ihrer Toten würden entlang des nahegelegenen 90 Mile Beach bis hoch zum Kap pilgern, um hier, nach einem letzten Blick auf Aotearoa (Neuseeland in der Sprache der Maori), den Weg zu ihren Ahnen zu beginnen.

Als „Absprungpunkt“ gilt der fast 800 Jahre alte Pohutukawa Baum (Ancient Survivor), der sich einsam an eine der Felsküsten klammert.

Beeindruckende Maori-Kultur

Gut erkennen kann man auch, dass hier zwei unterschiedliche Meere aufeinander prallen. Das ist im Westen die Tasmanische See und im Norden/Osten die Pazifische See. Die Verwirbelungen, die dabei entstehen, symbolisieren den Maori zufolge „die Entstehung des Lebens“. Für sie verkörpert die von Westen kommende See (Te Tai o Rehua) das männliche Prinzip, und die von Osten kommende (Te Moana Nui a Kiwa) das Weibliche.

Wir verbrachten noch ein wenig Zeit am Leuchtturm, der „live“ ein wenig kleiner war, als erwartet, und machten uns dann auf den Rückweg zum Parkplatz. Wir hatten über die Seite des DOC (Department of Conservation) Neuseelands nördlichsten Campingplatz gefunden und machten uns auf den Weg zum Tapotupotu Campsite. Die Übernachtung pro Person kostet 13$, was ich vollkommen gerechtfertigt finde. Dafür kümmern sich Ranger darum, hier oben, weit abgelegen von Städten und ohne wirklich ausgebaute Infrastruktur, Toiletten und Außenduschen am laufen, sowie den Strand sauber zu halten.

Entspannung in der Tapotupotu Bay

Man holt sich einfach eines der bereitgestellten Beutelchen, packt das Geld und die ausgefüllte Registration form hinein und nimmt sich einen Schnipsel mit, den man an seinem Zelt bzw. hinter der Windschutzscheibe platziert. Am nächsten Morgen war tatsächlich auch ein Ranger da, der kontrollierte, ob alle Anwesenden auch gezahlt hatten.

Die Bucht und der schöne Strand luden wirklich zum schwimmen und spazierengehen ein, sodass wir es uns heute Abend noch einmal gut gehen lassen konnten.

Von hier konnte man auch verschiedene Wandertouren starten. Beispielsweise auch den circa 3km langen Fußweg zum Cape Reinga. Das wäre sicher auch eine gute Alternative gewesen, wenn wir den einen oder anderen Tag mehr Zeit gehabt hätten. Die Bucht und dieser Campingplatz waren sicher einer der Orte, zu denen ich auf der Nordinsel gerne noch mal wieder fahren würde. Zuerst einmal mussten wir uns allerdings langsam damit abfinden, dass unser Urlaub sich dem Ende neigte und die letzte Tage in Neuseeland anbrachen.

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