Neuseeland #16 – Bay of Islands

Ghunga 2 - Bay of Islands, Neuseeland

Ein guter Ausgangspunkt, um die Bay of Islands im Norden Neuseelands zu erkunden, ist das schöne kleine Städtchen Paihia. Besonders beliebt sind hier auch die Ausflugstouren per Fähre in das gegenüberliegende Russell. Von Paihia und Russell aus gibt es diverse Möglichkeiten, das Archipel aus der Luft (per Helikopter-Flug) oder vom Wasser aus (bspw. per Boots- oder Kajaktour) zu bestaunen.

Nach unserer Ankunft machten wir es uns erstmal auf unserem Stellplatz für heute Nacht gemütlich. Da wir mal wieder Wäsche waschen mussten, gönnten wir uns heute mal wieder einen Platz in einem richtigen Holiday Park. Ansonsten kamen wir sehr gut damit aus, die Nächte auf den ausgewiesenen Freedom-Campingplätzen zu verbringen.

Halbtagestour durch die Bay of Islands

Später machten wir noch einen Spaziergang in die Stadt und beschlossen, für den nächsten Tag eine Bootstour durch die Bay of Islands zu buchen. Auf www.bookme.co.nz wurden wir fündig und ärgerten uns etwas, dass wir dieses Angebotsportal nicht schon früher entdeckt hatten.

Unser Weg zurück zum Stellplatz führte uns auch an einer Erinnerungsstätte des „Waitangi Treaty“ vorbei. Mit diesem Vertrag, der von William Hobson (als Vertreter der britischen Krone) und 45 Chiefs der nördlichen Maori-Klans unterzeichnet wurde, ist Neuseeland im Jahre 1840 zur britischen Kolonie geworden.

Typisch deutsch waren wir am nächsten Tag dann auch viel zu früh am Anleger, von dem es mit der „Gungha 2“ aus um 10:00h losgehen sollte. Das machte allerdings überhaupt nichts, denn die Zeit konnte man sich an der Paihia Wharf gut vertreiben. Außerdem hatten wir richtiges Glück mit dem Wetter, die Sonne schien vom strahlend blauen Himmel und es war angenehm warm.

Ohnehin hatten wir wohl alles richtig gemacht, denn meine Rechnung ging insgesamt sehr gut auf: Da wir im Neuseeländischen Frühling angekommen waren, als es noch recht unbeständig war, fuhren wir von Auckland erstmal in Richtung Süden. Den schönen weißen Stränden im Norden wollten wir uns dann circa eine Woche vor Abflug widmen, wenn es Sommer (und hoffentlich wärmer) war. Und glücklicherweise war es sommerlicher und wesentlich wärmer, als zu Beginn unseres Abenteuers.

Weltumsegler

Um kurz nach 10:00h konnten wir dann unter der Leitung von Kapitän Mike endlich in See stechen. Während so wie alle anderen ca. 14 Mitfahrer nach losstürmten und unbedingt im vorderen Teil sitzen wollten, konnten wir es uns auf dem hinteren Deck so richtig gemütlich machen. Damit waren wir auch das gefundene Fressen für unseren Kapitän- und das meine ich keinesfalls negativ! Er erzählte uns gerne über seine Abenteuer mit dem Boot und tat das mit einer beeindruckenden Leidenschaft. Ich konnte mir niemanden vorstellen, der sich nicht direkt nach den ersten 15 Minuten selbst ein Boot kaufen und die Welt umsegeln wollte!

Er berichtete uns auch davon, dass heute schon Orcas in der Bucht gesichtet worden sein sollten und hoffte, dass auch wir Glück haben würden. Allerdings, lernten wir, würden wir dann keine große Chance darauf haben, die Schule Delfine wiederzutreffen, die vor wenigen Tagen noch mit ihm und dem Boot unterwegs waren. Er konnte bestätigen, dass der Name „Killerwale“ für Orcas nicht von ungefähr kam, denn vor einigen Wochen hatten mehrere Orcas einen Delfin regelrecht als Punshing-Ball benutzt und übel zerfleischt. Insofern würden sich wohl keine Delfine in der Nähe aufhalten, wenn wir jetzt die Orcas träfen.

Wir sollten zu einem späteren Zeitpunkt eines Besseren belehrt werden… 🙂

Zuerst einmal hatten wir aber Glück, da wir schon direkt nach unserer Abfahrt auf die besagte kleine Gruppe Orcas trafen. Mehr als die Rückenflossen der Tiere war leider nicht zu erkennen, aber auch das war schon ziemlich cool!

Pause auf „Northland-isch“

Während des ersten Teil unserer Tour gab es zuerst Kekse und frische Orangen, später dann noch Tomaten, Gurken und Käse. Getränke sollten selbst mitgebracht werden, aber Snacks und ein Sandwich zum Mittagessen waren inbegriffen. Was angeboten wurde war wirklich lecker und vollkommen ausreichend. Nach dem Mittagessen gab es sogar noch ein wenig Popcorn (typisch neuseeländisch butterig, salzig und mit Pfeffer).

Nach ein paar Stunden Fahrt kamen wir an einer kleinen Bucht an, wo wir unsere Mittagspause verbringen würden. Wer wollte, konnte vom Boot zum Strand schwimmen, oder sich mit einem kleinen Dinghy übersetzen lassen. Hier konnte man auch Dinge mitschicken (Kamera, Klamotten etc.), die nicht nass werden sollten. Beliebt war ein Spaziergang auf den kleinen Hügel der Insel oder auf die andere Seite des schmalen Landstreifens. Dort war ein „Schnorchel-Parcours“ angelegt worden, der die vielfältige Unterwasserlandschaft Neuseelands zeigte. Genug Equipment zum schnorcheln war an Board, sodass man sich die Zeit auch gut im Wasser vertreiben konnte.

Als ich am Strand im Schatten saß, fiel mir auf, dass ich gar nicht mitbekommen hatte, wann wir zurück auf den Boot sein sollten. Die Antwort machte mir wieder einmal klar, dass wir hier in einer ganz anderen Welt waren- „It’s the Northland… You don’t worry about that here“.

Es fand sich tatsächlich einfach irgendwann ein Zeitpunkt, zu dem alle hungrig zurück an Board waren und mit Sandwiches und kalten Softgetränken versorgt wurden. Sogar auf Vegetarier oder Veganer wird hier Rücksicht genommen, sofern man dies vorher anmeldet.

Rückenflossen in Sicht!

Wenig später machten wir uns zurück auf den Weg nach Paihia. Da ich einfach nur die restliche Fahrt genießen wollte, räumte ich meinen Rucksack inklusive Kamera nach unten ins Boot und machte es mir auf meinem Handtuch in der Sonne gemütlich. Nach einer gewissen Zeit wurde Mike etwas unruhig. Sein geschultes Auge erkannte in den Wasserbewegungen, dass wir vielleicht bald noch einmal „Besuch“ bekommen könnten. Und tatsächlich leisteten uns für einige Meter circa sechs Delfine Gesellschaft, die sich dann aber recht schnell wieder vorzogen.

Wir dümpelten noch ein wenig im Wasser herum und versuchten sie durch ein paar Wendemanöver noch einmal anzulocken und zum spielen aufzufordern, aber vergeblich. Inzwischen war es allerdings auch fast 16:00h und wenn die Delfine schon den halben Tag über in der Bucht herum schwammen und mit verschiedenen Booten spielten, hatten sie laut Mike so langsam auch keine Lust mehr.

Für uns ging langsam aber sicher ein toller Tag auf dem Wasser zuende. Die Bay of Islands und das kleine Städtchen Paihia waren einen Besuch absolut wert!

Ghunga 2 - Bay of Islands, Neuseeland

Wir hatten für halbwegs erträgliche 16$ (ca. 9,50€) in Hafennähe geparkt und machten nach diesem entspannten Tag nur noch einen kleinen Sprung zum Tokerau Beach Freedom Camp. Diesen Stellplatz erreicht man nur über eine sehr abenteuerliche und unbefestigte Straße, dafür kann man direkt in den Dünen am Strand stehen. Leider waren die öffentlichen Toiletten recht weit weg. Der Platz direkt dort darf nicht für Übernachtungen genutzt werden, dafür gibt es dort eine gute Außendusche.

Am nächsten Tag ging es dann für uns endlich bis gang nach oben in den Norden von Cape Reinga… dazu später mehr!

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