Neuseeland #10 – Rotorua

Redwoods - Rotorua

Rotorua markierte ziemlich genau die „Halbzeit“ unseres Urlaubs. Vom wandern mal abgesehen, erlebten wir hier die bisher aktivsten Tage unseres Urlaubs. Rund um Roturua und den gleichnamigen See gab es viel zu sehen und zu erleben. Wir starteten mit einer Wanderung durch den Redwoods Forrest. Hier gibt es auch den Redwoods-Treewalk, bei dem man auf Hängebrücken in einigen Metern Höhe zwischen den beeindruckenden Bäumen hindurch laufen kann. Wir entschieden uns erstmal dagegen und erkundeten den Wald auf zwei gut ausgeschilderten Wegen auf Bodenniveau. 

Der Unterschied zwischen „Walk“ und „Track“ wurde uns dann mit der Zeit auch immer deutlicher: Der Track war weitaus anstrengender, aber führte auch zu schönen Aussichtsplattformen, von denn man eine schönen Ausblick über die Stadt und die umliegenden heißen Quellen hatte. Aufgrund der ganzen Geysire, heißen Quellen und blubbernden Schlammtümpel, riecht es in der ganzen Stadt auch immer (mal mehr mal weniger) nach Schwefel. Die geothermischen Aktivitäten (auch ganz einfach „zum (vorsichtig) anfassen“ im Kuirau Stadtpark für Jedermann gelegen), sind tatsächlich etwas, das ich so noch nie aus der Nähe gesehen hatte. 

Überall der Geruch von faulen Eiern

Nachdem wir etwas über 12 Kilometer in den wunderschönen und abwechslungsreichen Redwoods zurückgelegt hatten, suchten wir uns unseren Stellplatz für die nächsten beiden Nächte und machten noch einen Spaziergang in die Innenstadt. Für die angepriesenen Einkaufsmöglichkeiten waren wir wohl etwas spät dran, dafür herrschte auf der schönen „Eat Street“ reges Treiben. Wer etwas Außergewöhnliches bzw. Handgemachtes zu Essen sucht, ist hier auf jeden Fall richtig. 

Wir gingen durch den Stadtpark und verbrachten einige Zeit fasziniert am kleinen See, der uns regelmäßig komplett in Dampf einhüllte. Die Wärme, die hier immer wieder aus dem Wasser oder aus Felsspalten hervordrang, war wirklich beeindruckend. Sogar mitten an der Straßen trat plötzlich starker Dampf durch einen Holzzaun- kein Wunder, dass der Besitzer der Grundstücks dahinter mit „natürlich beheizten Thermalquellen“ warb. 

Für den nächsten Tag fanden wir ein gutes Angebot über Groupon und gingen Raften. Kaitiaki Adventures warben damit, den höchsten, kommerziell befahrenen, Wasserfalls der Welt (Tutea Falls) im Repertoire zu haben und auch Touren für Anfänger anzubieten. Mehr brauchten wir nicht, damit unsere Abenteuerlust mal wieder geweckt war.

Kia Kaha, Kia Maia, Kia Manawanui

Wir wurden nett begrüßt und nach einer kurzen ersten Einweisung zum umziehen geschickt. Neoprenanzüge, Schuhe, Helme, Westen- alles wurde gestellt und war im Preis inbegriffen. Danach fuhren wir mit kleinen Bussen und unseren Rafts im Schlepptau zum Einstieg in den Fluss. Zum Aufwärmen gab es mehrere Übungen der Begriffe, die wir während des Fahrens berücksichtigen sollten und der Art und Weise, wie wir uns bei Abfahrten in das Raft ducken sollten. Wir lernten auch, unseren Mitstreitern mit dem Paddel keine Zähne auszuschlagen und dann ging es auch schon los.

Drei Wasserfälle und 14 Stromschnellen bzw. kleinere Abfahrten warteten auf uns und unseren Guide Manu. Nebenbei erfuhren wir sogar immer wieder etwas über die Maori, die hier lebten und gelebt hatten. Die Tour machte super viel Spaß, und wir meisterten die Abfahrten und sonstigen Aufgaben ziemlich gut- jedenfalls fiel keiner Raus oder sah allzu unglücklich aus. 

Bevor wir den größten Wasserfall hinabfuhren, wurden wir auch mit einem richtigen Maori-Sprichwort eingeschworen (s.o.). Es bedeutet so viel wie „be strong, be brave, be steelhearted“ und „Chief Tutea“, nach dem der Wasserfall benannt war, war offenbar auch gütlich gestimmt. 

Unsere eigenen warmen Pfützen

Vom „Cosy Cottage“, wo wir für zwei Nächte standen, ging es über einen schmalen Wanderweg zu einem privaten Strandabschnitt. Hier suchten wir mit den Füßen ein wenig im Sandboden nach heißen Quellen und wurden sogar fündig. Leider war es zum baden ein wenig zu kalt, aber an einem warmen Sommertag war das bestimmt ein super Ort zum relaxen. Und wer hat schon seine eigene heiße Quelle, in der er liegen kann?!

Ansonsten ist Rotorua schon sehr touristisch geprägt, aber ein wirklich tolles Städtchen. Man kann auch fernab der großen Anbieter von Touren (in abgezäunte Quell-Gebiete und mit auf die Minute inszenierten Maori-Tänzen) viel erleben und die ganz ursprüngliche Landschaft auf eigene Faust erkunden. Hier würde ich auch gerne noch einmal mit etwas mehr Zeit hinkommen! Eine ähnliche Rafting-Tour oder ein Ausritt am See klangen schon verlockend…

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