Wandern auf dem Heidschnuckenweg – Das Gute liegt so nah

Wandern auf dem Heidschnuckenweg

Nachdem mich meine letzten Urlaube und Wochenendtrips doch ein wenig weiter weg geführt hatten, wollte ich dieses Mal nicht so sehr in die Ferne schweifen. Außerdem hatte ich inzwischen Spaß am wandern gefunden, weswegen ich ein wenig recherchierte und auf viele Möglichkeiten stieß, das auch hier in der Nähe von Hamburg zu tun. Eines der ersten Ergebnisse war der Heidschnuckenweg, dessen Start von den S-Bahn-Stationen Fischbek oder Neugraben gut zu erreichen ist.

Ich klickte mich ein wenig durch die liebevoll gestaltete Homepage und hatte mich sofort verliebt. Der gesamte Wanderweg führt vom Süden Hamburgs bis nach Celle, nördlich von Hannover. Die 223 Kilometer sind in 13 Etappen aufgeteilt, von denen drei gute 26 Kilometer lang sind. Unter anderem misst die Anfangsstrecke von Hamburg-Fischbek bis Buchholz diese stolzen 26 Kilometer… Die erste Herausforderung erwartete uns also direkt zum Auftakt.

Gut gelaunt zog ich mit zwei Freundinnen also an diesem Wochenende Ende Mai los. Vom Hauptbahnhof war es nur noch eine kurze Zugfahrt bis nach Fischbek, von wo aus wir uns zu Fuß auf den Weg machten. Nach knapp 15 Minuten ist man am Stadtrand angekommen und blickt auf die Fischbeker Heide. Uns erwartete zwar kein strahlend blauer Himmel und die Heide blüht auch erst im August/September… trotzdem waren wir einmal mehr glücklich, wie schnell man hier der Großstadt entfliehen und Ruhe tanken konnte.

Perfektes Wetter zum wandern

Nach dem Wetter der letzten Tage konnten wir froh sein, dass es das Wochenende über bei circa 20 Grad trocken bleiben sollte. Und auch wenn man lieber in einen blauen Himmel blickt oder dieser sich auf Fotos ein bisschen besser macht… Mit Gepäck unterwegs auf 26 Kilometern waren wir dankbar für dieses schattige und angenehme Wetter.

Manch einer mag bei einer solchen Etappenlänge lachen- aber, auch wenn ich mich jetzt nicht unbedingt als wahnsinnig unsportlich bezeichnen würde, wirklich trainiert war ich auch nicht. Das sollte ich abends dann auch ein wenig zu spüren bekommen, so viel kann ich schon verraten 😉

Entlang des Weges wechselten sich die offene Heidelandschaft und dichte Kiefernwälder ab. Immer wieder gab es Neues in der Natur zu entdecken und so waren wir auch abgelenkt von vielen steilen Auf- und Abstiegen. Die meiste Zeit konnten wir allerdings entspannt und fast ebenerdig vor uns hin wandern.

Reiterhof Langenrehm – Liebevoll gestaltet und herzlich

Eine längere Strecke führte uns durch dichten Wald. Die offenen Felder danach waren eine sehr schöne, bunte Abwechslung.

Wir kamen auch an einigen Pferdeweiden vorbei und fanden letztendlich im kleinen Örtchen Langenrehm auch den den dazugehörigen Reiterhof. Angeschlossen ist der städtische Kinderspielplatz, inklusive sehr liebevoll gestalteter Holz-Spielgeräte und Skulpturen. Obwohl die Inhaber heute nicht unbedingt auf Kundschaft vorbereitet schienen, wurden wir sofort eingeladen, uns umzusehen, die Toiletten zu besuchen und uns auf ein Kaltgetränk zu setzen.

Nach unsere Pause hatten wir dann mehrere nette Gespräche geführt und waren bestens informiert über die heiligen Familiengeschichten des Hofes. Gut ausgeruht setzten wir unseren Weg fort, schließlich hatten wir grade erst einmal die Hälfte unsere anvisierten Strecke geschafft.

Entlang der Wälder (und auch kurz entlang der A1) liefen wir weiter bis in die Ortsmitte von Buchholz hinein. So langsam merkten wir die gelaufenen Kilometer dann doch in Rücken und Beinen, sodass wir glücklich waren, im California in der Nähe des Bahnhofes einkehren zu können und uns zu stärken. Das Essen war klasse- auch wenn an diesem Tag nichts ein Wurstbrot und ein wenig Käse zum Mittag mitten in der Natur schlägt.

Gegen 20h machten wir uns dann auf den Weg nach Sprötze. Nur eine Haltestelle von Buchholz entfernt wohnte eine liebe Freundin von uns, die uns für die Nacht Asyl gewährte. Sie schaffte es leider nicht, uns an diesen Tagen zu begleiten, aber so sahen wir uns wenigstens abends und hatten eine entspannte Schlafmöglichkeit, um am nächsten Tag gut ausgeruht auf die zweite Etappe starten zu können.

Auf nach Handeloh

Wir wurden noch mit einem tollen Frühstück versorgt, bevor wir uns am Sonntag dann wieder auf den Weg machten. Wir fuhren zurück zum Bahnhof in Buchholz und schlossen so wieder genau da an, wo wir gestern aufgehört hatten.

Dieser Teil des Heidschnuckenwegs führte uns dann ein wenig durch die Stadt und teilweise durch aberwitzig eingerichtete Wege. Ab und zu hatten wir das Gefühl, bald ungebeten in irgendeinem privaten Garten zu stehen… Das passierte allerdings glücklicherweise nicht, denn der Weg ist durchweg gut durch das typische weiße H auf schwarzem Grund markiert. Meist bleibt hier wenig Interpretationsspielraum offen- und wenn doch, ist die nächste Markierung eigentlich nie weit.

Laut Homepage das Heidschnuckenwegs begegnet man auf der zweiten Etappe „Himmel und Hölle“. Ich muss zugeben, wir hätten fast beide verpasst… Das wir die sogenannte Höllenschlucht schon passiert hatten, fiel uns erst auf dem Brunsberg auf. „Schlucht“ ist allerdings auch eine sehr euphorische Beschreibung für diesen Teil des Weges. Den Brunsberg mit seine 129m im gleichen Atemzug als Himmel zu bezeichnen, ist ähnlich mutig… diesen kann man allerdings wesentlich besser ausmachen.

Von Schnucken und Kuchen

Wir gönnten uns eine kleine Pause oben auf dem Brunsberg und liefen dann weiter in Richtung Büsenbachtal. Dort erklommen wir den nächsten Hügel (den „Pferdekopf“) und hatten ein wirklich schönen Blick über diesen Teil der Heide. Hier konnte man in so viele Richtungen wandern, dass es sich auf jeden Fall lohnen würde, noch einmal wiederzukommen.

Da wir gut in der Zeit waren und nur noch fünf Kilometer bis Handeloh hatten, von wo aus wir stündlich mit dem Zug zurück nach Hamburg fahren konnten. Insofern sprach nichts dagegen, im Schafstall einzukehren, der für seine selbst gebackenen Kuchen und Torten bekannt war. Ein weitere Grund, hier noch einmal zu wandern.

Auf dem Weg dorthin machte der Heidschnuckenweg dann noch seinem Namen alle Ehre… Wir hatten schon die Schilder gesehen, dass hier freilaufende Schnucken und Hütehunde zu finden sein könnten, aber die Mädels machten mir keine großen Hoffnungen, dass wir wirklich Glück haben würden… Glücklicherweise wurden wir eines besseren belehrt und beobachteten die putzigen Tierchen ein wenig, bevor es weiter ging.

Im urigen Schafstall gönnten wir uns wirklich sehr leckeren Kuchen und eine kurze Ruhephase. Der gestrige Tag steckte uns noch ein wenig in den Knochen (und mir komischerweise besonders in den Knien), weswegen das eine oder andere Päuschen ganz gelegen kam… Insgesamt hatte ich den Trip aber gut weggesteckt- absolut ohne muskuläre Probleme (Magnesium und ein paar Lockerungsübungen sei dank) und Sonntagabend nur ein wenig erschöpft und beim Treppen laufen kurz wackelig auf den Beinen… sehr zur Erheiterung meiner Konzert-Begleitung 😉

Fazit: Öfter mal wandern gehen!

Ich hatte mich tatsächlich schon seit längerer Zeit sehr auf dieses Wochenende gefreut. Als dann auch noch das Wetter mitspielte und wir drei uns fröhlich am Hauptbahnhof trafen, war ich mir sicher- das konnte nur gut werden.

Ich sollte recht behalten. Es hatte aber auch alles wie am Schnürchen geklappt… Die Zugverbindung in der Region war super und der Heidschnuckenweg ist wirklich gut angebunden. Unsere großes Ziel ist es, nach und nach alle Etappen des Heidschnuckenwegs zu erwandern… immer mal wieder ein Wochenende nach und nach, bis wir in Celle ankommen. Und wenn wir weiter am Ball bleiben wollen, dann werden noch viele andere Wanderwege folgen! Es kann ja auch mal ein Wanderurlaub sein, anstatt in die Ferne zu schweifen…

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