Mit der StenaLine nach Göteborg – Unser Kurztripp nach Schweden

Über Groupon hatte ich ein günstiges Angebot gefunden, mit StenaLine einen Kurztripp nach Göteborg zu machen. Nachdem wir 2016 schon einen ähnlichen Trip nach Oslo unternommen hatten, lag der Gedanke nahe, so weitere Hafenstädte zu erkunden. Als wir damals nach weiteren „Mini-Kreuzfahrten“ geschaut hatten, gab es Reisen nach Göteborg allerdings nur mit ca. 4 Stunden Aufenthalt, was uns zu kurz war. Bei dem Angebot, das wir jetzt gebucht hatten, würden wir um 09:15h morgens ankommen und um 18:45h wieder abfahren- das klang doch weitaus besser… also auf nach Schweden!

An Bord der Germanica

Wir machten uns Donnerstagnachmittag mit dem FlixBus von Hamburg auf nach Kiel und kamen mehr als pünktlich zum Check-In am Schwedenkai an. Nach einer schnellen Sicherheitskontrolle konnten wir auch direkt aufs Schiff und bezogen erst einmal unsere Kabine. Das günstige Angebot beinhaltete „nur“ eine Innenkabine mit Etagenbetten, was aber eigentlich kein Problem war. Da wir über Nacht unterwegs waren und er zurzeit ja noch recht früh dunkel wurde, hätten wir eh nur wenig erkannt. Und die Etagenbetten waren erstaunlich bequem, also kein schlechter Kompromiss.

Das Reiseangebot umfasste das Frühstücksbuffet, aber kein Abendessen. Am ersten Abend genehmigten wir uns Schnitzel und Hähnchenkeule (jeweils ca. 12,90€), was nicht unbedingt günstig war, aber dafür gab es Beilagen satt (teilweise hausgemacht) und das Essen schmeckte erstaunlich gut. Da wir schon mit gepfefferten Preisen an der Bar rechneten, hatten wir als alte Rum-Liebhaber unsere eigene „Verpflegung“ dabei und verbrachten den rechtlichen Abend auf der Kabine.

Ein guter Start in den Tag

Nach einem Ausflug an Deck für die Einfahrt nach Göteborg, genehmigten wir uns das Frühstück vom Buffet. Es gab eine klassische Wurst- und Käseauswahl, sowie viel frischen Fisch, selbstgemachte Marmeladen, frisches Brot und Pancakes. Somit also alles, was man für einen guten Start in den Tag braucht und alles von erstaunlich guter Qualität.

Der Weg vom Schiff ist dann ein wenig abenteuerlich. Man vermutet hier wirklich keinen Weg für über 1000 Passagiere, alles wirkt eher klein und wenig ausgebaut. die nahegelegene Tram-Station lässt sich dann allerdings sehr gut finden- nur keine Möglichkeit, hier ein Ticket zu kaufen. Bestenfalls tut man dies also über die „Västtrafik To Go“-App schon über das WLAN an Board. Als wir das später nachholen wollten, konnte der Zahlungsvorgang allerdings mit keiner unserer Karten durchgeführt werden… Grundsätzlich ist das allerdings ein guter Plan fürs nächste Mal 😉

Wir fuhren bis zur Haltestelle „Stenpiren“. Hier hatten wir einen guten ersten Blick über den Hafen und machten uns dann zu Fuße auf den Weg in die Innenstadt. Als erster Anlaufpunkt stand die Domkirche auf dem Plan. Von außen und innen ist sie sehr schlicht gehalten, die klaren Linien und sanften Farben gefielen mir aber sehr gut. Trotzdem sie mehr von einer normalen Kirche als einem imposanten Dom hat, wirkt sie zwischen den flachen Häusern in der Stadt doch recht beeindruckend.

Alles schnell erreichbar

Schon auf dem Stadtplan sieht es so aus, als wären die meisten Sehenswürdigkeiten fußläufig gut erreichbar. In Wirklichkeit liegen sie sogar noch dichter zusammen. Um unseren Stadtausflug nicht zu überlasten, hatten wir „nur“ 4-5 Punkte zusammengestellt. Da allerdings so gut wie keine Distanzen zwischen ihnen zurückgelegt werden mussten, waren wir schneller unterwegs als gedacht und ergänzten später spontan noch.

Zuerst einmal machten wir uns allerdings geplant auf zur Saluhall, einem schönen alten Gebäude, das einen Indoor-Markt mit allen möglichen Verkaufsständen beherbergten. Mittags konnte man hier sicher gut und sogar günstig essen, wir waren aber noch viel zu satt vom ausgiebigen Frühstück. Wenn man nicht grade bei -2 Grad unterwegs war (so wie wir), konnte man hier auch viele tolle Kleinigkeiten für ein Picknick im nahegelegenen Park finden.

Da wir wirklich Glück mit dem Wetter hatten, machten wir uns auf zum „Kungsportsplatsen“, bzw. zur „Kungsportsavenyen“. Die Prachtstraße ließ keine Wünsche offen- mit einem Faible für Shopping konnte man hier sicher viele Stunden verbringen. Wir suchten uns hingegen ein freies WLAN und steckten die Köpfe zusammen, um unserer Erkundungstour weitere Punkte hinzuzufügen.

Stadt in der Stadt

Wir liefen Richtung Norden zur Einkaufsstadt „Nordstan„. Wahrscheinlich gibt es keinen Shop oder Anbieter auf der Welt, der hier nicht vertreten war. Nach ein wenig Window-Shopping machten wir uns auf den Weg zum „Lipstick“, dem eigentlich Skanskaskrapan genannten Hochhaus im Hafen, das eine Aussichtsplattform beherbergte. Für ca. 4€ geht es hinaus in den 22. Stock, von dem aus man einen hervorragenden Rundum-Blick über die Stadt hat. Ein kleiner Ausflug zur gegenüber gelegenen Oper lohnt sich ebenfalls.

Nachdem wir uns von oben satt gesehen hatten, wollten wir noch eine kleine Stadtrundfahrt mit der Tram machen. Wir gingen zum Hauptbahnhof und stiegen dort in die Linie 3 (Richtung „Kålltorp“) und fuhren bis zur Station „Virginsgatan“, wo wir in die Linie 5 (Richtung „Länsmansgården“) umstiegen und zurück in die Stadt fuhren.

So kamen wir entspannt an diversen schönen Ecken der Stadt vorbei, staunten über einen riesigen Friedhof quasi mitten in der Stadt und sahen so auch den „Liseberg„, den anscheinend größten Vergnügungspark Nordeuropas. Wenn es etwas wärmer wird, kann man hier sicher einen schönen Tag verbringen- erst recht, wenn Achterbahnen und Vergnügungsparks mag.

Stadtspaziergang auf Schwedisch

Da zumindest ich langsam hungrig wurde, machten wir uns auf den Weg ins gemütliche Stadtviertel „Haga“. Ich hatte ein bisschen was über die Cafés an der „Haga Nygata“ gelesen- im Café Husaren gibt es zum Beispiel Essteller-große Zimtschnecken. Ich hatte allerdings ein andere Café im Auge. Da das „Husaren“ auch ziemlich voll war, war das auch keine schlechte Idee.

Wir gingen hingegen lieber ins „Hebbe Lelle“ und aßen fantastischen Karotten- und Käsekuchen. Kaffee und Cappucino waren ebenfalls ausgesprochen gut… für zwei Stücke Kuchen, einen Schokokeks, eine Tasse Kaffee (offensichtlich darf man sich hier öfter nachnehmen, die Kannen stehen auf Wärmeplatten im Gästeraum) und einen Cappuccino ließen wir aber auch stolze 18€ in dem Laden. Ich fand es aber sehr gemütlich und da Göteborg generell nicht günstig schien, waren die Preise wohl normal. Wir wurden aber auch mit guter Qualität und tollem Geschmack belohnt, also war es das durchaus wert.

Ablegen im Sonnenuntergang

Gut gestärkt machten wir uns dann so langsam auf den Rückweg zur Fähre. Hier legten wir erstmal die Füße hoch uns machten ein kleines Nickerchen, bevor wir dem Sonnenuntergang an Deck zusahen, der unser Auslaufen begleitete.

Später entschlossen wir uns, heute das Abendbuffet (ca. 35€ inkl. Soft-Getränken, Bier und Wein) in Anspruch zu nehmen. Auch hier war das Essen sehr lecker, das frisch aufgeschnittene Rindfleisch saftig und Medium gebraten, sowie die Beilagen reichhaltig und von guter Qualität. Sicher, das Essen an Board ist nicht günstig, aber um das zu rechtfertigen Überzeugt es auch mit guter Qualität.

Fazit: Die Reise mit der Germanica von StenaLine ist komfortabel, da sie über Nacht erfolgt auch zeitlich praktisch gelegen und Göteborg ist definitiv eine (oder auch zwei) Reisen wert!

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