Kurzurlaub auf dem Deichbrand-Festival (inkl. Packliste)

Deichbrand Festival

Taugt ein Festival-Besuch wirklich als Kurzurlaub? Ganz sicher bin ich mir da nicht, trotzdem ist es der einzige „Sommerurlaub“, den ich jetzt seit ein paar Jahren mache. Da ich mir meinen Jahresurlaub immer eher für längere Urlaube am Ende des Jahres aufgespart habe (bspw. 2017 in Australien und 2018 in Neuseeland) bin ich im Sommer nicht wirklich weggefahren.

Dieses Jahr lief schon ein wenig anders. Beispielsweise konnte ich im März ein paar Tage in Sevilla durchatmen. Oder war im April ein Wochenende in Berlin und im Mai zwei Tage Wandern in der Heide. Danach war es längere Zeit still hier, da ich in den Sommermonaten auch beruflich meist recht eingespannt bin. Eine Konstante ist dann aber eigentlich jedes Jahr das Deichbrand Festival, das bei Freunden und mir schon lange fest im Kalender steht.

Festival und Urlaub… schließt sich das nicht aus?

Rund um die Uhr Musik hören (die Schlechteste davon auch nachts auf dem Campingplatz… in Dauerschleife), im Zelt schlafen, Essen auf dem Campingkocher zubereiten… mehrere Tage mit Freunden zelten, schlafen, tanzen, trinken… das klingt zu Recht genau so anstrengend wie erholsam.

Nach zwei Jahren auf dem normalen Campingplatz haben wir uns schon etwas mehr „Luxus“ gegönnt und uns eine WoMo-Plakette besorgt. So konnten wir mit dem Auto und einem kleinen Hänger direkt auf die Camping-Fläche fahren und ersparten uns die leidige Schlepperei unserer Sachen.

Dieses Jahr brach der komplette Luxus aus und wir kampierten auf einer Rasenfläche circa 15 Minuten entfernt vom Festivalgelände. Je nachdem auf welchem Camping-Platz man landete (und auf welcher Ecke dort genau), lief man teilweise länger zum Infield. Auch die Nähe zu Toiletten und Duschen war dort oft Glückssache- bei uns waren sie direkt nebenan… Alles in allem hatten wir also wohl einen guten Deal gemacht.

Vorfreude ist die schönste Freude!

Aber fangen wir von vorne an… Das Wichtigste ist, keine Wertsachen mitzunehmen, seine schönsten Klamotten zu Hause zu lassen und immer Taschentücher dabei zu haben. Zack, fertig. Man kann sich natürlich auch mehr Mühe beim packen geben:

Für die Handtasche (DIN A5)

  • Taschentücher/ Feuchttücher
  • Kleine Flasche Sagrotan
  • Sonnenbrille, Sonnencreme-Fläschchen
  • Kleines Portemonnaie
  • Handy
  • Ticket/ Festivalbändchen, Timetable oder Running Order der Bands

Für den Rucksack

  • Becher, Teller und Besteck, Dosen- und Flaschenöffner, Gaskocher
  • Essen und Trinken nach Bedarf (auch genug nicht-alkoholische Getränke ;-))
  • Gummistiefel und Regenjacke
  • Kleidung für jedes Wetter (zumindest ein dicker Pulli für abends und nachts)
  • Kulturtäschchen (zum Aufhängen, da in den Duschen alles nass sein wird)
  • Schnelltrocknendes Handtuch
  • Abschminktücher/ Feuchttücher (Für die schnelle Erfrischung zwischendurch)
  • Erste-Hilfe-Täschchen, Medikamente und Oropax
  • Powerbank und entsprechende Ladekabel
  • Bluetooth-/ Lautsprecherbox, Taschen- oder Stirnlampe
  • Zelt, Luftmatratze, Schlafsack, Kopfkissen
  • Campingstuhl, Tischchen, Picknickdecke

Hier die ausführliche Liste herunterladen: Festival-Checkliste

Bunte Accessoires (Leggings, Blumenkränze fürs Haar, Glitzer etc.) sind auch immer gerne gesehen! Bei Frauen und Männern gleichermaßen 😉

Tatsächlich hatte ich dieses Jahr weder das Gefühl irgendwas Wichtiges vergessen, noch viel zu viel mitgenommen zu haben. Bei uns ist auch das Einkaufen sehr einfach: Das übernimmt dankenswerterweise immer diejenige aus unserer Gruppe, die auch den Anhänger mitbringt. Wir rechnen dann nach dem Festival ab und jeder ist zu gleichen Teilen dabei.

Hm ja, der Name sagt mir was… was kennt man von denen?

Mein Gedächtnis ist wirklich schlecht, was „Mainstream-Musik“ angeht. Das fängt bei Liedern an, die man aus dem Radio kennt, aber nie mitbekommt, wer sie singt, und geht bei Sängern und Sängerinnen weiter, die „man“ kennen muss, ich aber anders herum nicht ihren bekanntesten Liedern zuordnen kann… Dazu muss man wissen, dass ich wenig Radio oder internationale Bands höre, sondern maximal in der deutschen Indie- und Rock-Szene zu Hause bin.

„Ach cool, ja 30 Seconds to Mars hab ich schon mal gehört, komm ich mit.“ Das war meine Antwort Freitag, als der Rest die Band unbedingt hören wollte. Das war auch der Auftritt, bei dem ich am meisten lernen sollte… Nicht nur, dass ich erstaunlich oft dachte „Oh, das Lied kenne ich! DAS ist von denen?“ (ging mir zuletzt 2017 bei Billy Talent so). Ich lernte auch, dass das die Band von Schauspieler Jared Leto war. Ich sollte wirklich mehr in den Boulevardblättern dieses Landes blättern… Immerhin war ich bei Fettes Brot hinterher mehr im Bilde und teilweise sogar textsicher.

Trotz einer langen Nacht waren wir am nächsten Tag schon um 12:00h zum Frühsport auf dem Platz. Bei den Donots hatte man sich den Spaß erlaubt, einen Timeslot zu besetzen, der für andere Bands sehr undankbar wäre. Samstag um 12:00h waren eigentlich alle noch am auskatern bzw. maximal am frühstücken, aber noch lange nicht auf dem Festivalgelände.

Aber es nützte ja nichts- die Donots wollten wir unbedingt sehen. Die Band selbst und einige Fans sind dann auch dem „Frühsport“-Motto gefolgt und sahen entsprechend sportlich aus. Auch während des Auftritts wurden uns immer wieder Sport-Übungen statt des normalen pogens abverlangt. Insgesamt ein großer (und sehr staubiger) Spaß!

Namedropping

Nach diesem sportlichen Einstieg in den Tag gingen wir allerdings erstmal zurück zum Camp. Wir saßen nett zusammen, genehmigten uns das eine oder andere Bier(-Mischgetränk) und grillten. Danach ging es mit den White Lies, Dendemann, The Kooks und Two Door Cinema Club weiter.

Sonntag warteten dann noch Tom Walker, Madsen (meine Favoriten) und Cro auf uns. Zwischendurch sahen wir noch mehr wirklich gute Bands und ich notierte mir auch einige, die ich jetzt nach dem Festival unbedingt googeln und genauer betrachten musste.

Alles in allem hatte sich das Ticket wiedermal gelohnt! Auch wenn man vorher (ähnlich wie ich) nicht so viele Bands kannte, die grundsätzliche Auswahl aus dem Genre sagte mir absolut zu und ich fühlte mich immer gut unterhalten. Unsere Truppe aus dem Camp war super gut drauf, das Wetter war nahezu perfekt und unsere Zeltplatz war tatsächlich der beste aus den letzten Jahren. Und obwohl ich Montag nach der Arbeit erstmal Schlaf nachholen musste, fühlte ich mich sogar gut erholt nach diesem kleinen „Urlaubsausflug“… Von mir aus also gerne nächstes Jahr wieder!

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