Hamburg im Nebel – EOS M50 Test

Kibbelsteg - Speicherstadt, Hamburg

Während ich eigentlich grade noch in Erinnerungen an den vergangenen Urlaub in Neuseeland schwelge und die letzten Blogbeiträge hierfür schreibe, habe ich mich zur Abwechslung mal wieder in das kalte Grau vor meiner Haustür gewagt.

Um für Reisen ein wenig leichter unterwegs sein zu können (und weil ich immer gerne neue Dinge ausprobiere), habe ich mir eine spiegellose Kamera aus der Canon EOS M-Reihe zugelegt. Ein kleines Zoom-Objektiv (15-45mm) war im Kit ebenso dabei, wie ein Adapter, um andere Objektive mit dem bisher üblichen EF oder EF-S Bajonett von Canon für Spiegelreflexkameras anzuschließen.

Zeit für Veränderung

Der Plan ist, in Zukunft nur mit dem Kit-Objektiv und meinem Liebling, dem EF 85mm 1.8, loszuziehen. Ob ich das durchhalte, ist natürlich eine andere Frage. Aber da sich mit der 6D auch immer noch eine DSLR in meinem Besitz befindet, hab ich weiterhin alle Möglichkeiten.

Meine „kleine“ Spiegelreflexkamera, die Canon 650D, die für etwa fünf Jähre mein treuer Begleiter war, habe ich dafür zu einem guten Preis an meinen besten Freund weitergegeben. Zusammen waren wir dann am letzten Wochenende ein wenig spazieren, um jeweils unsere neuen Errungenschaften zu testen.

Das Wetter hätte natürlich ein wenig freundlicher sein können, um ein paar Dinge besser ausprobieren zu können. Aber auch so waren wir fast vier Stunden an diesem nebligen und verregneten Tag unterwegs…

Von den Elbbrücken in die HafenCity

Wir starteten an den Elbbrücken und fuhren mit der U4 zur neuen U-Bahn Haltestelle dort. Durch das interessante Dach entstehen hier spannende Perspektiven. Das Wetter bot sich auch förmlich an, um in der Bearbeitung schwarz/weiß-Bilder auszuprobieren.

Woran ich mich definitiv noch nicht gewöhnt habe, ist der digitale Sucher und der automatische Fokus. Von meiner DSLR bin ich es gewohnt, über den Spiegel direkt ein klares Bild durch das Objektiv zu sehen. Durch den digitalen Sucher (mangels Spiegel) schaut man immer auf eine digitale Anzeige, so gut und klar diese auch sein mag. Hilfreich ist jedoch, dass hier direkt das Bild so angezeigt wird, wie es später auch belichtet wird.

Außerdem verfügt die M50 fast ausschließlich über eine automatische Fokusauswahl. Von der 650D war ich neun Fokuspunkte gewohnt, mit denen ich jederzeit vorgeben konnte, auf welchen Teil des Bildausschnitts die Kamera fokussieren soll.

Da ich gerne mit Hintergrundunschärfe spiele und immer wieder gerne verschiedene Perspektiven ausprobiere, ist diese Vorgabe wesentlich einfacher, als darauf zu hoffen, dass die Kamera von alleine weiß, was sie scharf stellen soll. Der Work-Around: Ein prägnantes Element finden, es mittig anvisieren und fokussieren, dann die Kamera verschwenken, bis man den eigentlich gewünschten Bildausschnitt erreicht.

Die Kamera bietet auch die Möglichkeit, über den Bildschirm zu fokussieren. Das funktioniert sogar, wenn man eigentlich über den Sucher fotografiert. Dies greift allerdings den Akku deutlich stärker an. Außerdem habe ich den Bildschirm/ Touchscreen lieber weggeklappt beim fotografieren und finde das etwas unhandlicher.

Lichtspiele im Untergrund

Wir setzten unseren Weg von den Elbbrücken aus zu Fuß fort. Zuerst entlang der Baakenallee und dann durch den neu angelegten Baakenpark. Zufällig waren wir dann pünktlich zu den Licht- und Klangspielen am Bahnhof der HafenCity Universität.

Hier konnten wir zudem eine kleine Pause vom Regen einlegen und versuchen, die diversen Lichtstimmungen einzufangen. Hier habe ich auch ein kurzes Video mit der Kamera gefilmt, welches ich mir aber noch nicht genauer angesehen habe. Zum filmen mit der M50 würde ich noch mal einen eigenen Testlauf machen. Schön wäre eine Kamera, die Fotos und Videos gleichermaßen gut vereint, dann müsste ich die Lumix TZ31 nicht zusätzlich mitnehmen. Bei ihr bin ich mit der Qualität der Videos immer noch sehr zufrieden, die Fotoqualität ist inzwischen aber überholt.

Ich habe den ganzen Tag nur das Kit-Objektiv verwendet und neben meinem Lieblingsmodus (Av/ Blendenpriorität) auch diverse Automatiken ausprobiert. Insgesamt bin ich sehr zufrieden damit, wie die Kamera arbeitet und belichtet- auch in dieser nebligen Suppe. Beim Fokus auf weiter entfernte Dinge war ich bei der Nachbearbeitung in Sachen Schärfe nicht immer 100% zufrieden, aber das würde ich erstmal auf die sehr diesige Luft schieben und bei besserem Wetter überprüfen.

Ansonsten war ich beispielsweise mit der Treffsicherheit des Autofokus sehr zufrieden. Dass ich, wie oben beschrieben, keinen Fokuspunkt vorgeben kann, störte mich zwar, ist aber wohl reine Übungssache. Der Autofokus sitzt tatsächlich ziemlich gut und arbeitet sehr zuverlässig. Auch als es dunkler wurde, habe ich kein langes und fehlerhaftes Suchen bemerkt.

Abenddämmerung in der Speicherstadt

Von der Haltestelle der HafenCity Universität liefen wir weiter über die Magdeburger Brücke und den Überseeboulevard in Richtung Speicherstadt. Inzwischen war es schon recht dunkel geworden, was für eine schöne Beleuchtung der alten Backsteinbauten sorgte. Die St. Katharinen-Kirche machte sich auch gut am nebligen Himmel, zwischendurch tauchte sogar der Turm der alten St. Nikolai-Kirche immer mal wieder auf.

In Sachen Rauschverhalten muss ich mich sicher auch ein wenig umstellen. Bei der 650D hatte ich keine Angst, die ISO bis auf 3200 hochzusetzen, bei der 6D noch weniger. Mit der M50 stellte ich schon bei ISO800 etwas mehr Rauschen im Bild fest. Auch das kann natürlich durch das Wetter begünstigt worden sein, müsste ich also in einer klareren Nacht noch ein wenig intensiver testen.

Zufriedenstellende JPGs

Außerdem habe ich dieses Mal nur die erstellten JPGs bearbeitet, um zu sehen, wie viel Spielraum hier noch vorhanden ist. Sonst bearbeite ich lieber die Bilder im Rohdatenformat, da man hier meist noch wesentlich mehr in der Nachbearbeitung herausholen kann. Da ich mich aber insgesamt etwas „erleichtern“ möchte und das sowohl das Kamera-Gewicht und die direkte Foto-Ausrüstung, als auch die Nachbearbeitung und den Laptop betrifft, habe ich mich dieses Mal zusätzlich auch nur auf JPGs beschränkt.

Dann würde ich den Laptop ggf. auf Reisen auch mal zu Hause lassen und nur das iPad oder Handy mitnehmen. Ein großer Vorteil der EOS M50 ist nämlich, dass sie Bilder auch über das integrierte WLAN oder Bluetooth übertragen kann. Zusätzlich lässt sich die Kamera so auch fernsteuern.

Zum Abschluss probierten wir auf der Hohen Brücke noch einige Langzeitbelichtungen aus. Die Häuser der Deichstraße, die hier direkt am Fleet stehen, bieten sich dafür aber auch wunderbar an. Ich hatte zwar kein Stativ dabei, aber für eine Belichtung von 1-2 Sekunden reichte es aus, die Ellenbogen auf dem Brückengeländer abzustützen.

Fazit

Ich habe die EOS M50 jetzt 2x länge getestet, seit sich sich in meinem Besitz befindet. Einige der Grundeinstellungen würde ich im Vergleich zu der DSLR, die ich im Vorfeld genutzt habe, etwas anders wählen (Maximale ISO, Voreinstellung zur Verarbeitung von JPGs etc.), aber insgesamt bin ich sehr zufrieden. Die Kamera ist auf jeden Fall eine tolle und leichte Alternative zu einer DSLR. Insbesondere, dass mit ihr und einem Adapter trotzdem alle Objektive mit EF oder EF-S Bajonett angeschlossen werden können, bietet eine große Vielseitigkeit.

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