Ein Wochenende in Groningen

Meine liebe Freundin Sarah und ich sehen uns viel zu selten. Also nahm ich irgendwann ihren Geburtstag zum Anlass, ihr (uns?) eine Hotelübernachtung an einem Wochenende und in einer Stadt ihrer Wahl zu schenken. Da ich auch immer schon mal nach Groningen wollte (und Orte in den Niederlanden praktischerweise oft gut auf halber Strecke zwischen Hamburg und dem Ruhrgebiet liegen), trafen wir uns also an einem Wochenende im September in Groningen.

Ich war etwas früher dran und machte mich nach einer recht entspannten Fahrt im FlixBus am Nachmittag zu Fuß auf den Weg vom Hauptbahnhof zum Hotel. Dieses war sehr zentral gelegen und nach dem langen sitzen im Bus genoss ich denn kleinen, circa fünfzehnminütigen Spaziergang,

#kassouffle

Da ich morgens noch in Hamburg auf der Messe gearbeitet hatte und dafür früh raus musste, war ich bei der Ankunft im Hotel fast schlagartig müde. Ich nutzte die Zeit bis zu Sarahs Ankunft effektiv… mit einem Nickerchen.

Endlich zu zwei machten wir dann einen ersten abendlichen Spaziergang durch Groningen. Wir fanden den ersten ersten FEBO und gönnten uns die typischen Kroketten und Käsesoufflees aus den kleinen Automaten. Immer ein kleines Highlight in den Niederlanden!

Wir schauten noch einen Moment bei einer etwas ungewöhnlich anmutenden öffentlichen Tanzveranstaltung zu und entschieden uns dann, den nächsten Supermarkt zu plündern und uns mit Kleinigkeiten auszustatten, die es so in Deutschland nicht gab. Danach zogen wir uns aufs Zimmer zurück und machten uns einen ruhigen ersten Abend des Wiedersehens.

Die beste Mahlzeit des Tages

Halbwegs ausgeschlafen (warum läuten die Kirchenglocken in den Niederlanden die ganze Nacht durch?!) starteten wir in die Zwanestraat zu einem leckeren Frühstück. „Het Bakkerscafé“ verfolgt nämlich ein sehr gutes Konzept: Man wählt sich seine Aufstriche oder Beläge aus und zahlt diese. Auf dem Brot-Buffet stehen dann verschiedene Brot-Laibe zur Verfügung, an denen man sich nach Belieben bedienen kann. Am Wochenende stehen sogar auch verschiedene Aufstriche, Wurst, Käse, Lachs, Obst, Joghurt etc. unbegrenz für einen unschlagbaren Preis von 7,50€ zur Verfügung.

Wir fanden Croissants und sechs verschiedene Brotsorten vor (Weizen, Roggen, Mais, mit Seesalz und verschiedenen Körnern) und hatten großen Spaß daran, alles durchzuprobieren und mit den verschiedenen Belägen zu kombinieren. Eine solche Idee war mir bis dato unbekannt, das Konzept geht meiner Meinung nach aber fantastisch auf. Das Café ist zudem modern ausgestattet und sehr gemütlich, eine absolute Besuchsempfehlung also an dieser Stelle!

Auf ans Meer!

Wir wollten das gute Wetter heute noch nutzen und machten uns auf den Weg an die Nordsee. Genauer gesagt zog es uns nach Lauwersoog, einen netten Grünen Landstich mit viel Wasser ringsum. Zuerst erkundeten wir den Fischereihafen und die umliegenden Deiche, dann machten wir noch einen Abstecher an die gegenüberliegende Bucht.

Auch wenn der Tag wirklich schön, der Wind erreichte unerwartet hohe Windstärken, was teilweise einen wirklichen Kraftakt erforderte, um vorwärts zu kommen. Zum Spazierengehen hatten wir uns trotzdem genau die richtige Ecke ausgesucht. Für unsere Mühen wurden wir mit einem schönen Blick über das Wasser, den kleinen Hafen und den umliegenden Wald belohnt.

Zum Abschluss des Tages (mit unseren gelaufenen Kilometern hatten wir uns eine Stärkung redlich verdient), kehrten wir bei einem netten Italiener ein (Happy Italy), der optisch und durch die Größe der Pizzen stark an das Konzept der L’Osteria in Deutschland erinnerte. Wir würden nicht enttäuscht und ließen den Abend bei einem Glas Wein und gutem Essen ausklingen.

Fritten mit Stil

Am nächsten Tag verzichteten wir auf ein offizielles Frühstück und machten uns auf den Weg zu Frietwinkel. Zuvor hatten wir lediglich ein paar Reste von unserem Einkauf gegessen und somit richtig Lust auf etwas Herzhaftes. Wir bestellten wieder Kroketten und Käsesouffles zu unseren Fritten und fühlten uns danach satt für die nächsten Tage. Auch hier eine absolute Empfehlung! Sollten wir mal wieder in der Nähe sein, den Laden kann man gut und gerne wieder besuchen.

Da wir unser Gepäck im Hotel lassen konnten, zogen wir unbeschwert weiter Richtung Stadtgrün, um uns noch ein wenig umzuschauen. Wir machten eine große Runde, tranken in einem der Cafés noch etwas und sahen auf unserem Rückweg sogar eine kleine Schildkröte im Wasser vor sich hin dümpeln.

Später blieb uns nur noch, Sarahs Auto und unser Gepäck im Hotel abzuholen und wieder getrennt voneinander den Heimweg anzutreten, Wieder mit dem Versprechen, diese Mal nicht wieder solange zu warten, bis wie uns Wiedersehen würden. Und ich bin positiv gestimmt, dass wir es diesmal auch einhalten werden!

FlixBus Part II- extended Edition

Auf dem Rückweg war die Busfahrt dann nicht ganz so entspannt. Kurz vor unserem Halt in Oldenburg würden wir vom Zoll rausgewunken, der eine größere Kontrollstelle Aufgebaut hatte. Offenbar waren die Zollbeamten in doppelter Besetzung anwesend, denn wir dienten zu 100% als Versuchskaninchen für die neuen Kollegen. Auch für die neuen Diensthunde. Insgesamt waren circa 20 Beamte und fünf Hunde nach und nach im Einsatz, die unsere Personalien überprüften, den Bus durchsuchten und unser Gepäck abliefen.

Grundsätzlich kein Problem und irgendwie auch spannend, aber uns wurde nur eines klar: Das erste, was man beim Zoll in der Ausbildung lernt, ist unfreundlich zu sein. Bei meiner nächsten Zollkontrolle kenne ich den Ablauf dann auch, bei meiner Premiere heute wäre es sicher nicht verkehrt gewesen, mir und dem Rest kurz durch den Ablauf zu helfen und auf Nachfragen ein wenig freundlicher zu reagieren…

Während sich meine Sitznachbarn dann später noch freuten, dass ihr Haschisch in der Pringles Dose nicht gefunden wurde, legte ich mich quer über zwei Sitze und machte die Augen zu. Ich war deswegen sicher der unbeliebteste Fahrgast im ganzen Bus- jedenfalls bei denen, die später in Bremen noch zustiegen- aber ich war auch wirklich müde. Das nur zu meiner Verteidigung 😉

Alles in allem ging so ein ereignisreiches und schönes Wochenende vorbei, das ich definitiv gerne öfter so wiederholen würde. Vielleicht ohne Zollkontrolle mitten in der Nacht, aber ansonsten gerne wieder!

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