Australien #9 – Raymond Island

 

Nach dem kleinen Spaziergang in Merimbula setzten wir uns ins Auto, um ein wenig Strecke zu machen. Sicher gab es noch einige nette Städte dort in der Nähe, allerdings wollten wir uns auch nicht allzu viel Zeit lassen und später gegebenenfalls in Zugzwang geraten. Der Gedanke war goldrichtig, denn unser Weg führte uns Kilometerlang durchs Nichts und so machten wir, von einer kurzen Essenspause abgesehen, keine weitere Pause bis wir in Paynesville, dem Festland gegenüber von Raymond Island ankamen.

Grenzübertritt & Luxusprobleme

Direkt am Anfang, bei unserem ersten Stopp in Katoomba, hatten wir von einer netten älteren Dame Honig geschenkt bekommen, da sie bald über die Grenze in den Staat Victoria fahren würde. Wir nahmen gerne an (Honig ist in Australien nicht sonderlich günstig), wunderten uns allerdings ein wenig über die Aussagen. Zwar hatten wir schon gehört, dass es an den Grenzen der einzelnen Staaten Kontrollen geben sollte und man keine frischen Lebensmittel mit sich führen sollte- warum das Ganze allerdings so war, konnte man uns erst sehr viel später plausibel erklären. Auch die Australischen Online-Hinweise sind hier nicht sonderlich eindeutig gewesen, insofern greife ich gerne vor:

Die Australier haben das Luxusproblem, dass die Europäischen Siedler zwar Weinreben (und andere (Nutz-)Pflanzen) eingeführt haben, aber nicht deren natürliche Feinde und Schädlinge. Die angebauten Weinreben müssen nicht mit Pestiziden oÄ. behandelt werden und das soll natürlich so bleiben. Deswegen sollte man beim Reisen generell (nicht nur beim Grenzübertritt) kein frisches Obst und Gemüse oder andere unverarbeitete Lebensmittel mit sich führen. So soll vermieden werden, dass Fruchtfliegen oder andere Schädlinge in die Anbaugebiete gelangen.

Inzwischen, so heißt es, ist man in der Hinsicht auch schon deutlich entspannter geworden. Frisch gekaufte Lebensmittel dürfen (ggf. unter Vorlage des Kassenbons) weiter mitgeführt werden und müssen nicht an der Grenze entsorgt werden… Wir hätten uns also unser „Reste-Essen“ aus Angst vor einer Kontrolle auch sparen können 😉 Zumal wir bei der Fahrt nach Victoria sowieso weder eine Kontrolle noch einen wirklichen Kontrollpunkt sahen. Später, bei der Fahrt nach South Australia, gab es dann wirklich große Hinweisschilder und Tonnen zur Entsorgung. Dort gilt insbesondere das Gebiet um Adelaide als Wein-Hochburg des Landes.

Poolparty & Koalas

Unser Caravan-Park in Paynesville, dem Festland gegenüber vor Raymond Island, bot uns an dem Abend noch den Luxus eines Pools. Zum Strand war es ein Tick weiter, weswegen wir es vorzogen, heute eine Runde in gechlortem Wasser zu schwimmen. Tatsächlich war die Anlage des Parks insgesamt sehr gemütlich und wir trafen bei einer Erkundungstour dann auch sehr nette Nachbarn mit denen wir uns länger unterhielten, so dass heute nicht mehr viel passierte. Außer dass ich mal wieder feststellen musste, dass ich eine Niete im Tischtennisspielen bin… Ich habe in der Schule schon immer gesagt, dass Sportarten „bei denen man Sachen mit anderen Sachen treffen muss“, also alle Sportarten die einen Schläger oÄ. enthalten, Nichts für mich sind. Und so gelangen mir nur Glückstreffer, obwohl mein Gegner auch leicht aus der Übung war 😉

Am nächsten Tag machten wir uns dann auf, um Raymond Island zu erkunden. Auch diesen Tipp muss ich meinem lonelyplanet Reiseführer zugutehalten. Nach Raymond Island führt eine Fähre (die auch Autos transportiert) oder ein Wassertaxi nur für Fußgänger. Dass die Fähre grade gewartet wurde, störte uns nicht, da wir die Insel sowieso zu Fuß erkunden wollten.

Raymond Island ist naturbelassen und wirklich sehr schön. Hier gibt es keine Unterkünfte, Restaurants oder Supermärkte, hier wohnen wirklich nur Australier und Koalas. Egal welche der genannten Örtlichkeiten man suchte, hierfür musste man rüber aufs Festland nach Paynesville.

Brüllende Esel

Das eigentliche Highlight sind natürlich die Koalas, die hier vor Jahrzehnten mal ausgesetzt worden sind und sich seitdem beachtlich vermehrt haben. Der Brunftlaut eines Koalas klingt übrigens wie das Brüllen eines Löwen, gefolgt von dem Quieken eines Esels. Eine sehr lustige Kombination der Geräusche, die wir in den Abendstunden tatsächlich häufiger zu hören bekamen. Ohnehin sahen wir mehr Koalas als wir erwartet hatten und freuten uns, sie entlang des ausgeschilderten „Koala Walk“ aus der Nähe und ohne Maschendrahtzaun sehen zu können.

Nachdem wir nun tatsächlich des Öfteren lebendige Kängurus und Koalas gesehen hatten (vorher hatten sie eher tot neben der Straße gelegen), fehlte uns nur noch ein typisch Australisches Tier für unsere Statistik. Dass man Wombats hierzulande allerdings gar nicht schätzt und sie eher als Plage sieht, sollten wir morgen auch erfahren…

Teile Deine Gedanken zu diesem Beitrag...

Diese Seite benutzt Cookies um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.