Australien #7 – Auf nach Tidbinbilla

Heute hieß es für uns „zurück in die Berge“. Aber es ging natürlich nicht zurück in die Blue Mountains: Auch das Umland von Canberra im Australian Capital Territory bietet in dieser Hinsicht einiges zu sehen. Wir entschieden uns für das Tidbinbilla Nature Reserve ein Stück südwestlich von Canberra. So setzten wir auch unseren Weg entlang lustiger Städtenamen fort.

Kein Abstecher in die Hauptstadt

Ich greife direkt mal vor… Denn nein, wir waren nicht in Canberra, obwohl wir direkt in der Nähe waren. Zwar ist die Geschichte rund um die Ernennung von Canberra zur Hauptstadt Australiens ganz witzig, wir hatten allerdings sehr durchwachsene Erfahrungsberichten über einen Besuch dort gehört. Zwar hatten wir es nicht unbedingt eilig, entschieden uns dann aber trotzdem dagegen, diesen Zwischenstopp einzubauen.

Stattdessen verbrachten wir einen kompletten Tag im Naturreservat von Tidbinbilla und machten uns auf die Suche nach Kängurus, Wallabys, Koalas und Schnabeltieren. Wir hatten beschlossen, keinen Zoo oder ähnliches zu besuchen, sondern die Tiere lieber in möglichst natürlicher Umgebung zu sehen. Tidbinbilla ist unter anderem eine Aufzuchtstation für viele heimische Tierarten und bietet Ihnen auch darüber hinaus einen Lebensraum. Außerdem erfährt man als Besucher viel über die Natur in Australien, die ursprüngliche Besiedelung durch die Aborigines und zu jedem Tier ausführliche Informationen.

Es gibt viele verschiedene Wanderwege durch das Reservat, die durch sehr unterschiedliche Vegetation führen. Es ist wirklich beeindruckend, wie hoch die Bäume hier gewachsen sind oder welch große Findlinge einem plötzlich im Weg liegen. Je nach Wanderlust steuert man einen der verschiedenen Parkplätze an und macht sich von dort aus auf den gut ausgeschilderten Weg. Im Besucherzentrum erhält man außerdem eine übersichtliche Karte des Reservats. Diese zeigt die Länge der Wege und welche Tiere wo am wahrscheinlichsten anzutreffen sind. Bis auf die Schnabeltiere sahen wir dann auch alle von ihnen. Da es noch so viel mehr zu sehen gibt, lohnt es sich wirklich, viel Zeit einzuplanen.

Trust me

Zum schlafen steuerte wir heute das „Woods Reserve“ an. Hier sucht man sich einen Platz aus und wirft die entsprechende Platzmiete mit einem Umschlag in eine sogenannte „Honesty Box“. An einem gesicherten Briefkasten findet man Umschläge, die einem die Preise pro Person (15$ für einen Erwachsenen) verraten. Ehrliche Menschen, zu denen wir selbstverständlich gehörten, werfen das Geld in den Umschlag und diesen dann in den Kasten. Andere freuen sich einfach so über einen „kostenlosen“ Stellplatz, der zwar keinen Strom bietet, dafür aber gepflegte Toiletten, warme Duschen und nette Feuerstellen.

Der dortige „Wombat Walk“ blieb uns aufgrund des matschigen Untergrund leider verwehrt. Dafür erfreuten wir uns an der ansonsten weitestgehend unberührten Natur hier oben. Erstaunlicherweise waren wir nicht alleine hier oben: Obwohl wir den ganzen Tag über kaum andere Leute gesehen hatten, fuhren am Abend erstaunlich viele Autos vor. Wir blieben allerdings die einzigen mit einem Camper, alle anderen bauten fleißig ihre Zelte auf. Auch wenn der Aufbau bei allen immer sehr schnell und souverän aussah- ich war froh, dass wir nicht ständig alles auf-, abbauen und verstauen mussten. Schade war allerdings, dass unser Gasherd fest im Wagen verbaut war. Draußen zu kochen hätte sicher Spaß gemacht, Glück mit dem Wetter hatten wir ja bisher. Und das sollte am nächsten Tag munter so weitergehen…

Teile Deine Gedanken zu diesem Beitrag...

Diese Seite benutzt Cookies um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.